Jean Eugene Robert (geb. am 6. Dezember 1805 in Blois) war der Vorreiter für die moderne Zauberei. Als Sohn eines Uhrmachers war er schon früh mit Mechanik vertraut und von ihr begeistert.
Obwohl sein Vater ihn lieber als Notar gesehen hätte, erlernt er das Uhrmacherhandwerk und heiratet später Josephe Cecile Houdin, die Tochter eines Uhrmachers aus Paris. Vor allem die gerade neu entwickelten Automaten hatten es ihm angetan und er begann mit großem Erfindungsreichtum eigene zu entwerfen und zu konstruieren, und hatte mit ihnen auf der Industrieausstellung 1844 großen Erfolg.
Robert Houdins zweite Leidenschaft war die Zauberei. In seiner Jugend hatte er zufällig ein Buch mit Zauber- manipulationstricks entdeckt, die er sehr intensiv studiert und damit kleine magische Auftritte bei Freunden vorführte.
1845 erfüllte er sich einen langgehegten Wunsch und eröffnete im Palais Royal ein kleines Theater und führte seine sogenannten "Soirees Phantastiques" vor.
Dies waren Zaubershows ohne zwielichte Beleuchtung, ohne versteckte Helfer, ohne doppelten Böden, was damals gängig war, sondern eine moderne,elegante Show, deren Grundlagen die Fingerfertigkeit des Künstlers und die Verwendung moderner Technik sein sollten.
Er entwickelte Zauberapparate und war der erste, der Strom für Elektromagnete in seinen Vorführungen verwendete.
Sein Telepathietrick und der "schwebende Knabe", die er mit seinen beiden Söhne zeigte, waren seine bekanntesten.
1850 übernimmt sein Schwager die Leitung des Theaters und Robert Houdin begab sich auf zahlreiche Tourneen durch Frankreich, England und Deutschland.
Mit 49 Jahren verlässt er die Bühne.
Zwei Jahre später im Jahre 1856 sollte er aber noch einmal auf Wunsch des Oberst de Neven, der in Algerien stationiert war, seine Zaubertricks erfolgreich für einen besonderen, politischen Zweck einsetzen.
Um die rebellierenden Scheichs, die durch die dortigen Stammeszauberer (Marabuts) beeinflußt waren, einzuschüchtern, sollte er beweisen, daß die Franzosen stärkere Zauberer hätten.
Er trat dann noch einmal in Marsaille auf und verbrachte schließlich den Rest seines Lebens in seinem Haus in St. Gervais damit Zauberbücher zu schreiben und an seinen Apparaten herumzubasteln.
Er starb am 12. Juni 1871 im Alter von 65 Jahren.